Die Anatomie der Melancholie

Das Buch «Anatomie der Melancholie» von Robert Burton war im 17. Jahrhundert ein grosser Klassiker. Die umfangreiche Sammlung von Zitaten zum Thema Melancholie von der Antike bis zur Renaissance faszinierte, weil die Befindlichkeit vor 500 Jahren zum Thema wurde.

Die Melancholie galt wieder als Quelle der Inspiration. Denn als im Florenz der Frührenaissance Aristoteles wiederentdeckt wurde, machte Marsilio Ficino die Verwandtschaft zwischen Genie und Melancholie erneut zum Thema. Ficino, der für Grossherzog Cosimo de‘ Medici die Schriften Platons Wort für Wort übersetzte, gehörte zu denen, die dazu beitrugen, der Kultur des Mittelalters ein Ende zu bereiten. So wie auch Robert Burton (1577−1640). Er erzielte mit seinem Werk «Anatomie der Melancholie», ein immenser Katalog mit allem, was von der Antike bis zur Renaissance zum Thema Melancholie geschrieben wurde, enorme Beachtung.

Burtons Buch ging als eines der ungewöhnlichsten und zugleich erfolgreichsten Bücher des 17. Jahrhunderts in die Geschichte ein – offenbar mit anhaltender Nachfrage. Denn jetzt erscheint die erste Gesamtübersetzung in Italienisch bei Bompiani in Mailand und im Dezember eine Neuauflage mit 1424 Seiten in Englisch bei Penguin Books.

Weitere Themen im Heft

E-Mail-Seelsorge: Warum die Nachfrage stark steigt.
Hildegard von Bingen: Kronzeugin der alternativen Szene.
Hotel der Zukunft: Energie für die Natur, statt Natur für Energie.
Streit um Denkmäler: Abreissen oder umbenennen?

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Im Klartraum ist vieles möglich

Liebe Leserin, lieber Leser

Erlauben Sie sich Tagträume? Nein? Es handelt sich dabei um Klarträume oder auch luzide Träume. Ein luzider Traum ist so etwas wie eine Schnittstelle zwischen Traum und Realität. In diesem Zustand zwischen Bewusstsein und Schlaf kann einiges passieren. Im Gegensatz zum normalen Traum sind während eines Klartraums die Aktivitäten in den Hirnarealen aktiviert, die in Zusammenhang mit Selbsteinschätzung, Selbstwahrnehmung und der Bewertung der eigenen Gedanken und Gefühle stehen.

In einer Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim mit fast 2500 hat sich gezeigt, dass Tagträumer zu Offenheit für Neues und Kreativität neigen. Zudem entspricht das Tagträumen einer kurzen Reise in eine andere Welt. Physisch ist das derzeit durch die Corona-Massanhmen wieder schwieriger geworden. Psychisch aber nicht, eben mit einem Tagtraum. Mehr dazu in der neuen Ausgabe. Vielleicht inspiriert Sie auch unsere Serie «Bella Italie für daheim» zu einem entsprechenden Tagtraum, der sie Sie an die Küste von Terracina trägt.

Herzliche Grüsse

Anton Ladner
Redaktionsleiter

 

Das Wochenmagazin für Kopf…

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Auch nach der Wiedereröffnung der Kirchen ist die Plattform www.virtuellekirche.ch weiter für Sie da!
Finden Sie Anregungen für Momente der Stille und der Andacht. Am Wochenende schalten wir zudem die aufbereiteten Lesungstexte, Musik und Videos für einen „Gottesdienst am Bildschirm“ auf.

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