Speiseplan als Kampf gegen Giftfisch

Feuerfische vermehren sich im Mittelmeer rasant. Naturschützer sehen darin ein grosses Problem. Um Abhilfe zu schaffen, wird jetzt der Feuerfisch als Speisefisch propagiert. Damit er geniessbar wird, muss man allerdings seine Giftdrüsen entfernen. Die massive Ausbreitung des Feuerfisches im südlichen Mittelmeer liegt in einem Phänomen begründet: Der Feuerfisch, auch Skorpionfisch genannt, kann jeden Monat laichen. Als Räuber fallen sie in grossen Mengen über Krustentiere und Fische her. Zudem hat der Feuerfisch im Mittelmeer keine natürlichen Feinde, was seine Gefährlichkeit potenziert. Der Feuerfisch kann durch seine Stacheln Gift absondern, das auf seine Angreifer tödlich wirkt. Auch beim Menschen haben seine Stiche unangenehme Folgen. Je nach Menge reichen sie von starkem Brennen bis hin zu Übelkeit mit Erbrechen. Der Indische Rotfeuerfisch lebte bis vor wenigen Jahren ortsgebunden in Fels- und Korallenriffen des Roten Meeres. Inzwischen ist er durch den Suezkanal in das südöstliche Mittelmeer eingewandert.

Weitere Themen im Heft

Agglomeration: Anonymität nimmt zu *** 40 Jahre Jura: Das Kanada der Schweiz *** Hängebrücken: Bergwelt neu erleben *** Philister: Aus Europa eingewandert

Jetzt den Sonntag abonnieren!

Erschütternde Willkür und Beliebigkeit

Liebe Leserin, lieber Leser

Im März erschien der erste Band über die umfassende Aufarbeitung eines düsteren Jahrhunderts: «Gesichter der administrativen Versorgung» stellte die Menschen ins Zentrum, die in der Schweiz bis 1981 in Anstalten weggesperrt wurden, weil ihr Lebensstil nicht damaligen Normen entsprach. Nun sind drei weitere Bände über jene Zeit erschienen. Vorgeworfen wurde den zu Verwahrenden meist «Arbeitsscheu», «Liederlichkeit» oder «Trunksucht». Als «liederlich» galten unter anderem aussereheliche Beziehungen.

Dokumentiert im Band ist der Fall eines jungen Mannes, der ein Verhältnis mit einer geschiedenen Frau unterhielt, wogegen die Gemeinde «Sicherungsmassnahmen» treffen wollte. In einem anderen Fall konnten die Fachleute nur die Tatsache, dass die Betroffene getrennt von ihrem Ehemann lebte, als Erklärung anführen, dass die Frau aufgrund von «Liederlichkeit» versorgt werden musste. Als «arbeitsscheu» galt, wer nicht regelmässig arbeitete – ungeachtet der Arbeitsmarktsituation. Schlimme Zeiten vor nicht allzu langen Zeiten.

Herzliche Grüsse

John Micelli, Redaktor

Das Wochenmagazin für Kopf…

Genua gibt sich nicht geschlagen

Vor einem Jahr stürzte die zentrale Autobahnbrücke von Genua ein. Seither gilt Genua als geschundene Hafenstadt. Sie steht als ehemalige Seerepublik im Schatten von Venedig. Während die Lagunenstadt unter den Tourismusströmen ächzt und nun Eintrittsgebühren verlangt, bleibt die Attraktivität Genuas unterschätzt.

Die Natur vernetzen

Um die Biodiversität zu erhalten, braucht es ein schweizweites Netz aus naturnahen Lebensräumen. Auch städtische Grünflächen können einen Beitrag dazu leisten, sofern sie biodiversitätsfreundlich gestaltet und gepflegt werden. Was aber bedeutet das genau? – Beispiele...

Burn-out: Mehr als eine Modekrankheit

Die Weltgesundheitsorganisation hat das Burn-out-Syndrom neu definiert. Zwar gilt es noch immer nicht als offizielle Krankheitsdiagnose, trotzdem ist es aber ein ernst zu nehmendes Leiden, wie der neue Definitionstext zeigt.

Die Retter aus Saudi-Arabien und Katar

Wann handelt es sich um einen Ausverkauf der Heimat, wann ist es schlicht eine wohltuende Rettung? Viele Schweizer Traditionshotels hätten ohne Investoren aus dem arabischen Raum keine Zukunft.

Der Roboter, dein Pfleger?

Trotz Versprechen der Tech-Giganten sind Pflegeroboter noch immer rudimentär im Einsatz. Dennoch stellen uns die maschinellen Helfer vor grundlegende Fragen. Wie wollen wir in Zukunft gepflegt werden und welche Rolle spielen Menschen dabei noch?

Die Stunde der Brückenbauerin

Ist die Schweiz «polarisierungsmüde»? Entfaltet das schier endlose Ringen um wichtige politische Themen ein neues Bewusstsein für mehr Konsens in der Schweiz, das die CVP als Mittlerin begünstigt? Was meinen die anderen Parteien dazu?

Steine für einen hindernisfreien Zugang

Das Kloster Einsiedeln saniert den Klosterplatz und finanziert das Vorhaben mit einer witzigen Idee. Wer mehr als 800 Franken bezahlt, bekommt einen mit dem eigenen Namen gravierten Stein im Klosterplatz eingelegt. Werner Ruch nutzt diese Gelegenheit für die Realisierung eines hindernisfreien Klosterzugangs.

Kunst als Weckruf

Mögen Sie in interessanten Zeiten leben! So lautet das Thema der 58. Biennale in Venedig, die Mitte Mai eröffnet wurde und bis Ende November dauert. Sie bietet Einblick in das Kunstschaffen in den verschiedenen Nationen. Die Hauptausstellungen der 79 Künstlerinnen und Künstler sind in freistehenden Länderpavillons in den Giardini della Biennale und in einem Komplex einer ehemaligen Werft, im Arsenale, zu sehen. Ein Blick auf einige Werke mit viel Aussagekraft.

Wie die Evolution in die Zukunft führt

Auf der Erde sterben Tiere und Pflanzen massenhaft aus. Gehört das zur Evolution? Drei Professoren vom Max-Planck-Institut sehen im Darwinismus das Fundament für die Erforschung der Evolution. Warum das Forschungsgebiet nicht mehr nur in die Vergangenheit blickt, sondern auch immer mehr in die Zukunft, erklären sie in Interviews.

… und Herz

Begleiten

«Um Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und auch Freiheit zu erwerben und zu erhalten, investieren wir viel Energie, Zeit und Geld.»

Nur nid ghetzt

«Beide Erzählungen laden uns ein, uns nicht hetzen zu lassen, sondern immer wieder die Ruhe, die Gelassenheit zu bewahren»

Momente

Sie erhalten zwei Ausgaben des Sonntag kostenlos zum Kennenlernen.

Wir versprechen Ihnen:

  • Sie erhalten keine Rechnung. 

  • Sie müssen nicht kündigen. 

  • Es startet kein automatisches Abo.

Unverbindlich kennenlernen!

9 + 12 =