Keine Heldinnen und Helden mehr in Sicht

Parteipräsidien lassen sich in der Schweiz nicht mehr leicht besetzen. Denn die Demokratie steckt in der Krise. Politische Leadership hat ihr Prestige verloren. Deshalb fehlt es auch an politisch intellektuellen Vorbildern. Eine Gemeinsamkeit bei der Neubesetzung der Parteipräsidien fällt auf: Es fehlt an Leidenschaft, an frischem Wind. Denn die Jobs an der Parteispitze kommen für viele Begabte und Geeignete gar nicht mehr infrage. Dieter Thomä, der an der Universität St. Gallen Philosophie lehrt, kommt in seinem Buch «Warum Demokratien Helden brauchen» (Oktober 2019, Ullstein) zum Schluss, dass diese Entwicklung fatal für den Bestand der Demokratie ist. Für ihn steht fest, dass Demokratien Lichtgestalten brauchen, weil sich die Menschen danach sehnen.

Für ihn wird eine Demokratie leblos, in der alle gleich sind und sich die Menschen gar nicht mehr für herausragende Personen zur Orientierung interessieren. Deshalb seien Persönlichkeiten gefragt, die über sich hinauswachsen und andere motivieren, es ihnen gleichzutun. «Die Demokratie tut gut daran, das Heldentum nicht denen zu überlassen, die autoritär oder fundamentalistisch denken», schreibt er.

Weitere Themen im Heft

Papst Benedikt XVI: Auch er darf alt sein *** Gärten an Fassaden: Architektur als Klimahilfe *** Vögel mit Gewissen: Papageien sind hilfsbereit *** Seltene Sorten: Samenbibliothek für die Erhaltung

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Liebe Leserin, lieber Leser

Jeder Mensch kommt mit Pseudomonaden regelmässig in Kontakt, denn der Keim tritt vorwiegend in Wasserleitungen, Waschbecken und an ähnlichen Orten auf. In grosser Menge können Pseudomonaden ernsthafte Krankheiten hervorrufen.

Gerade bei Krankenhauspatienten löst dieser Keim leicht Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder eine Bakteriämie und Blutvergiftung aus. Diese Erkrankungen sind ausserordentlich schwer zu behandeln, da der Erreger gegen Antibiotika hochresistent ist.

Wie stellen die Keime fest, wann die Zeit reif zum Angriff ist? Sie sprechen sich untereinander ab, und zwar über kleine Moleküle. Nur bei ausreichender Dichte produzieren Pseudomonaden krankmachende Substanzen und Schleimmoleküle, die sie vor Antibiotika und der körpereigenen Immunabwehr schützen. Das machen sie aber erst, wenn sich der Aufwand für einen Angriff lohnt. Derweil hört der Körper diese Kommunikation zwischen den Bakterien ab, um dann einen Gegenangriff zu lancieren. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie in der neuen Ausgabe. Einmal mehr kann man staunen, wie fantastisch der menschliche Körper funktioniert.

Herzliche Grüsse
Anton Ladner, Redaktionsleiter

 

Das Wochenmagazin für Kopf…

Beethovens Liebessuche

Beethovens Liebessuche

Der 1770 geborene Ludwig van Beethoven hatte eine grosse Leidenschaft für Frauen. Vielleicht, weil sich die grosse Liebe in seinem Leben nie realisieren liess. Wohl auch nicht mit seiner «unsterblichen Geliebten», die bis heute Rätsel aufgibt.

«Craic, craic, craic …»

«Craic, craic, craic …»

Die irische Küstenstadt Galway ist zusammen mit Rijeka in Kroatien Kulturhauptstadt Europas 2020. In Galway studiert ein Viertel der Einwohner, was am Rand von Europa zu einer aussergewöhnlich lebhaften Stadt geführt hat, die ihre Bewohnerzahl innert kurzer Zeit auf 80 000 verdoppelte. In Galway zählt vor allem «craic» – Spass haben.

(K)ein Leben ohne Mangel?

(K)ein Leben ohne Mangel?

Ab wann empfinden Sie Mangel? Oder umgekehrt gefragt: Was muss unverzichtbar Teil Ihres Lebens sein, damit es für Sie ein gutes Dasein ist? Diese Fragen beantwortet wohl jeder Mensch etwas anders, denn die Antwort hängt von persönlichen Gegebenheiten ab. Nicht zuletzt auch von Beruf und Lebenseinstellung. Wir haben eine kleine Sammlung von Auseinandersetzungen mit diesen Fragen zusammengetragen, die einmal etwas persönlicher und einmal eher sachlich angegangen werden. Einig sind sich die Schreiberinnen und Schreiber jedoch darin, dass es eigentlich gar nicht so viel braucht, um die gefühlten grossen und kleinen Mängel in seinem Leben ausmerzen kann und soll.

Schau dich schlau

Schau dich schlau

Im deutschen Sprachraum leiden Comics noch immer – und zu Unrecht – unter ihrem schlechten Ruf. International hat sich die «Neunte Kunst» aber längst etabliert. Denn Comics erfreuen mit ihrem vielgestaltigen Auftritt nicht nur das Auge – Bild und Wort in Kombination fordern Leserinnen und Leser und fördern so das Denkvermögen. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Dornbusch handelt – das Klimaexperiment

Dornbusch handelt – das Klimaexperiment

«Ein grosser Vorsatz scheint im Anfang toll», meinte Goethe. Wir meinen, die Klimakrise braucht grosse und damit vernünftige Vorsätze. Deshalb hat sich die Dornbusch Medien AG vorgenommen, bis Ende 2021 klimaneutral zu werden. Das ist eine Reise mit vielen Unwägbarkeiten. Denn es ist schlicht nicht klar, was dieser Vorsatz alles bedingen wird und ob er sich so absolut umsetzen lässt. Vieles werden wir erst im Laufe der Zeit realisieren, vieles werden wir lernen dürfen und bestimmt werden wir uns ab und zu die Zähne ausbeissen. Aber verlieren können wir nicht, denn alles, was wir umsetzen können, das CO2 einspart, ist bereits ein Gewinn.

Hier wurde Jesus geboren

Hier wurde Jesus geboren

Die Geburtskirche in Bethlehem ist ein wichtiger Wallfahrtsort der Christen. Sie ist über der Grotte errichtet, wo Maria Jesus zur Welt gebracht hat. War es damals tatsächlich ein Stall oder doch eher eine Höhle?

Auf den Hund gekommen

Auf den Hund gekommen

In Lugano ist eine Ausstellung des US-amerikanischen Fotokünstlers William Wegman zu sehen, der seine Hunde eingekleidet oder in besonderen Positionen ablichtet. Was auf den ersten Blick lustig erscheint, löst beim zweiten Blick grundsätzliche Fragen aus.

Unsere 150-Tonnen-Freunde

Unsere 150-Tonnen-Freunde

Wagemutige Abenteurer waren die Walfänger, die ab dem 17. Jahrhundert ihre Beute bis in die entlegensten Winkel der Erde verfolgten. Heute zeigt sich, dass diese Seefahrer dabei fast einen unserer treuesten Verbündeten gegen die Klimaerwärmung ausgerottet hätten – denn Wale spielen allein schon aufgrund ihrer Grösse eine entscheidende Rolle in den Ökosystemen der Weltmeere.

Genf revolutioniert die Mobilität

Genf revolutioniert die Mobilität

Anfang Dezember nimmt ein Hochgeschwindigkeitsbahnnetz im Raum Genf seinen Betrieb auf. Der Léman Express wird Genf mit mehreren Städten in der Schweiz und in Frankreich verbinden. Experten erhoffen sich davon einen Rückgang des motorisierten Verkehrs um zwölf Prozent.

Ein Weltskandal!

Ein Weltskandal!

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit nimmt der Markusdom in Venedig, eine der schönsten Kirchen der Welt, immensen Schaden. Er wurde bis zu einem Meter hoch von schmutzigem Salzwasser überflutet. Um das zu verhindern, sind seit 2003 über fünf Milliarden Euro in ein Jahrhundertprojekt, ein Schleusensystem von mechanischen Dämmen im Meer, geflossen. Doch Fehlplanung, Korruption und Schlendrian haben dazu geführt, dass die Schutzwälle immer noch nicht funktionieren.

… und Herz

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