Malé, die Hölle im Paradies

Wenn man an die kleinen Malediven-Inseln denkt, sieht man vor dem geistigen Auge Strand, hellblaues Meer und Palmen. Kurz: das Paradies auf Erden. Doch wenn die Sonne auf den kleinen Touristeninseln im Indischen Ozean versinkt, erwacht die Hauptstadt Malé erst richtig zum Leben. Die Menschen werden wegen der feuchten Hitze erst am späten Abend aktiv. Die 95 000 Einwohner leben in Enge auf einer Fläche von zwei Quadratkilometern zusammen, nicht umgeben von Sand, sondern von massivem, teilweise hässlichem Beton. Die Insel Malé ist mit Moscheen, Wohnhäusern und Bürokomplexen komplett zubetoniert. Malé ist die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt. Im Vergleich zu Zürich: In Malé leben neunmal mehr Menschen auf einem Quadratkilometer. Doch Malé wird nicht nur in diesen Punkten der Vorstellung von den Malediven nicht gerecht. Denn die Malediven als flachster Staat der Welt stehen vor einer ungewissen Zukunft: Die höchste Stelle beträgt nur drei Meter, während 80 Prozent der Landfläche einen Meter unter dem Meeresspiegel liegen. Laut Europäischer Raumfahrtbehörde steigt der Meeresspiegel derzeit um 4,8 Millimeter pro Jahr. Und es wird damit gerechnet, dass sich der Anstieg des Wassers beschleunigen wird.

 

Weitere Themen im Heft

Gefallener Held: Warum Cristoforo Colombo, der Chefentdecker, nicht über viele Zweifel erhaben ist
Ein anderer Sommer: Sportfreuden im Gegenwind von Corona
Porzellan-Malerei: Die Veredlung des weissen Goldes

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Geistige Verarmung

Liebe Leserin, lieber Leser

Um sich über die aktuelle Nachrichtenlage zu informieren, greifen 55 Prozent der weltweiten Internet-Nutzerinnen und -Nutzer heute auf soziale Medien oder Suchmaschinen zurück. Die öffentliche Meinung wird somit zu einem erheblichen Teil durch Online-Inhalte geprägt, die wiederum von Algorithmen bestimmt werden. Bei privaten Urlaubsgrüssen ist das harmlos, bei der Verbreitung von Unwahrheiten jedoch fatal.

Die News-Feed-Algorithmen zeigen zudem den Nutzenden nur Inhalte, an denen sie – basierend auf ihrem vergangenen Nutzungsverhalten – eher zustimmen würden. Andere Standpunkte bekommen sie meist gar nicht erst zu sehen. So bilden sich Netzwerke von Gleichgesinnten, die die gleiche Meinung teilen, diese verstärken und so die Illusion bekommen, dass ihre Meinung mit der Mehrheit übereinstimmt, auch wenn das in Relation zu allen anderen Nutzerinnen und Nutzern gar nicht stimmt. Daraus resultieren Polarisierungen, Verschwörungstheorien und Fake News: Für demokratische Gesellschaften ist es eine bedenkliche Entwicklung, wenn intransparente Algorithmen einiger weniger Konzerne entscheiden, was wir im Internet zu sehen bekommen.

Aber man könnte das Internet auch so gestalten, dass Autonomie und Transparenz gefördert werden. Mehr dazu in der neuen Ausgabe.

Herzliche Grüsse

Anton Ladner
Redaktionsleiter

 

Das Wochenmagazin für Kopf…

Rumänische Arbeitsbedingungen auf Schweizer Feldern

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Ohne ausländische Erntehelferinnen und Erntehelfer kann die Schweizer Landwirtschaft die Arbeit in der Erntesaison nicht mehr stemmen – auch das hat die Corona-Krise offenbart. Die «fleissigen Hände» arbeiten allerdings vielfach unter miserablen Arbeitsbedingungen. Die Schuld der Bauern ist das jedoch nicht.

Nahrung als Hautschutz

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Wer sich im Sommer der Sonne aussetzt, kommt nicht mehr ohne Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor aus. Aber auch bestimmte Lebensmittel verbessern die Widerstandskraft gegen die gefährlichen UV-Strahlen.

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Vor Kurzem hat Amnesty International den Bericht über die Hinrichtungen im Jahre 2019 vorgelegt. In der katholischen Kirche hat man lange am Selbstverteidigungsrecht mit allen Mitteln und am «Gerechten Krieg» festgehalten. Das ist seit 2019 Vergangenheit.

«Jeder Mensch in Russland lebt riskant»

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Am Mittwoch vor einer Woche hat Russland über eine Verfassungs-Änderung abgestimmt. Die Revision hat nur einen Zweck: die Amtszeit von Präsident Putin zu verlängern. Was einen demokratischen Anschein hat, war ein Regierungsmanöver. Jeder, der die Opposition unterstützt, bekam das zu spüren. Die Porträts dreier Menschen, die nicht auf der Putin-Linie leben.

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Anfang Juni zog die Europäische Polizeibehörde Europol Bilanz über ihre Massnahmen des vergangenen Semesters gegen den Schmuggel von Aalen. Denn der schlüpfrige Fisch ist akut vom Aussterben bedroht, noch bevor wir mit Sicherheit wissen, wie er sich überhaupt vermehrt.

So werden Sie psychisch stärker

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Die psychische Widerstandskraft ist für einen Drittel aller Menschen genetisch gegeben. Die andern müssen bei kleinen und grossen Krisen mehr Energie aufwenden, um über die Runden zu kommen. Aber Resilienz kann man unabhängig vom Alter auch lernen und üben, vor allem im Berufsalltag. Es ist nie zu spät dafür.

Corona als Katalysator

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Der kommerzielle Flugverkehr kam durch die COVID-19-Pandemie nahezu zum Erliegen. Das nährte den Traum vom Fliegen an schöne Ferienorte. Nun wird es wieder möglich, aber jetzt macht sich Angst breit. Die Fluggesellschaften sperren sich aus Rentabilitätsgründen gegen leere Sitze als Sicherheitsmassnahme.

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Die COVID-19-Pandemie hat in öffentlichen wie in privaten Bereichen zu erheblichen Zumutungen und leidvollen Erfahrungen geführt. Inwiefern daraus aber auch neues Wachstum entstehen kann, beleuchtet Hanspeter Schmitt, Professor an der Theologischen Hochschule Chur, anhand entscheidender ethischer Stichworte. Ein Text mit klaren Perspektiven.

Willkommen im Flachsland!

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Flachs oder Leinen hat in der Schweiz als Kulturpflanze eine sehr lange Geschichte. Ganz verschwunden ist die vielseitige Pflanze hierzulande nie und heute erlebt sie als ökologische Alternative zu Baumwolle eine schüchterne Renaissance.

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Weiterhin
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Auch nach der Wiedereröffnung der Kirchen ist die Plattform www.virtuellekirche.ch weiter für Sie da!
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