Die grosse Furcht vor dem Gefressen-Werden

Ostafrika wird in diesen Tagen von den grössten Heuschreckenschwärmen seit Jahrzehnten heimgesucht. In manchen Regionen Kenias, Somalias und Äthiopiens haben die Insekten die Ernte fast vollständig vernichtet. Man hat lange geglaubt, dass die Schwärme eine Form von kooperativem Verhalten seien. Aber die Experimente von Iain Couzin, der am Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie und an der Universität Konstanz Tierschwärme erforscht, haben gezeigt, dass es eher das Gegenteil ist, das die Heuschrecken antreibt: nämlich die Furcht vor Kannibalismus. Die Tiere mögen sich gegenseitig nicht, denn der grösste Feind einer Wanderheuschrecke ist eine andere Wanderheuschrecke. Ein Heuschreckenschwarm gleicht also mehr einer grossen Flucht, bei der jeder den anderen jagt.  

Die Vereinigten Nationen (UNO) warnen vor einer Lebensmittelknappheit aufgrund der Heuschreckenschwärme. Betroffen sind inzwischen auch Pakistan und die Arabische Halbinsel.

Weitere Themen im Heft

Aschermittwoch: Das Tor zum Fasten *** Brasilien: Abbau der Demokratie *** Kaschmir: Begehrt, aber auch leidgeprüft *** Älterwerden: Schriftsteller Peter Stamm im Interview

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Infrastrukturpolitik ist Klimapolitik

Liebe Leserin, lieber Leser

Sechzig Prozent – fast zwei Drittel – der weltweiten Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto von Infrastruktur. So berechnete es ein 2015 erschienener Bericht im Auftrag der «Global Commission on the Economy and Climate». Zum ersten ist da der Bau von Infrastruktur: Vor allem Zement und Stahl sind bei ihrer Herstellung enorme Emissionsquellen. Allein die Stahlindustrie wird für etwa 5 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich gemacht, die Zementindustrie sogar für 8 Prozent. Ein Teil dieser Materialien wird für öffentliche Infrastruktur wie Brücken, Dämme, Kraftwerke, Eisenbahnen und Strassen benötigt wird.

Der andere Teil für private Investitionen wie Wohnungen, Büros und Industriegebäude. Es handelt es sich um riesige Emissionsmengen – weit mehr als jene, für die der so leidenschaftlich diskutierte Flugverkehr verantwortlich ist. In der neuen Ausgabe unserer Zeitschrift werden diese Zusammenhänge aufgezeigt und das ist höchst spannend.

Herzliche Grüsse
Anton Ladner, Redaktionsleiter

 

Das Wochenmagazin für Kopf…

Ordenstracht, Kopftuch oder Perücke

Ordenstracht, Kopftuch oder Perücke

Ob im Christentum, im Judentum oder im Islam, alle drei monotheistischen Religionen kennen eine Kopfbedeckung für religiöse Frauen – die Ausprägung ist jedoch sehr unterschiedlich. Wer den Ursprung kennt, findet Gründe für Toleranz. Es geht dabei immer um den Blick der Männer.

Das grosse Rätsel beim Klimawandel

Das grosse Rätsel beim Klimawandel

Wolken sind einer der grössten Unsicherheitsfaktoren, wenn es darum geht, das Ausmass der Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts vorherzusagen. Cumuluswolken in niedrigen Schichten der Atmosphäre reflektieren Sonnenlicht und kühlen so die Erdoberfläche. Um besser zu verstehen, wie sich die Wolkenbedeckung mit dem Klimawandel verändert, startete ein internationales Team am 20. Januar 2020 eine Messkampagne bei der Karibikinsel Barbados.

Raus in die Kälte fürs Gemüt

Raus in die Kälte fürs Gemüt

Mindestens 30 Tage müssen die Kühe auch im Winter nach draussen. Das ist in Artikel 40 der Tierschutzverordnung geregelt. Bei Biobetrieben gehen sie jeden zweiten Tag in die Kälte. Wie glücklich sind Kühe darüber?

Langes Warten auf eine zahlbare Wohnung

Langes Warten auf eine zahlbare Wohnung

Ringen um günstigen Wohnraum – auf beiden Seiten. Die bürgerlichen Parteien CVP, FDP, SVP, GPL und BDP bekämpfen die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen», die am 9. Februar zur Abstimmung kommt. Sie warnen vor Bürokratie, hohen Kosten und gravierenden Nebenwirkungen. Derweil engagieren sich die Grünen und die Sozialdemokraten für die Initiative. Balthasar Glättli, Zürcher Nationalrat der Grünen und Präsident des Mieterverbandes, erklärt im Interview, was die Initiative bewirken will. CVP-Ständerätin Brigitte Häberli begründet derweil ihre Vorbehalte.

Beethovens Liebessuche

Beethovens Liebessuche

Der 1770 geborene Ludwig van Beethoven hatte eine grosse Leidenschaft für Frauen. Vielleicht, weil sich die grosse Liebe in seinem Leben nie realisieren liess. Wohl auch nicht mit seiner «unsterblichen Geliebten», die bis heute Rätsel aufgibt.

«Craic, craic, craic …»

«Craic, craic, craic …»

Die irische Küstenstadt Galway ist zusammen mit Rijeka in Kroatien Kulturhauptstadt Europas 2020. In Galway studiert ein Viertel der Einwohner, was am Rand von Europa zu einer aussergewöhnlich lebhaften Stadt geführt hat, die ihre Bewohnerzahl innert kurzer Zeit auf 80 000 verdoppelte. In Galway zählt vor allem «craic» – Spass haben.

(K)ein Leben ohne Mangel?

(K)ein Leben ohne Mangel?

Ab wann empfinden Sie Mangel? Oder umgekehrt gefragt: Was muss unverzichtbar Teil Ihres Lebens sein, damit es für Sie ein gutes Dasein ist? Diese Fragen beantwortet wohl jeder Mensch etwas anders, denn die Antwort hängt von persönlichen Gegebenheiten ab. Nicht zuletzt auch von Beruf und Lebenseinstellung. Wir haben eine kleine Sammlung von Auseinandersetzungen mit diesen Fragen zusammengetragen, die einmal etwas persönlicher und einmal eher sachlich angegangen werden. Einig sind sich die Schreiberinnen und Schreiber jedoch darin, dass es eigentlich gar nicht so viel braucht, um die gefühlten grossen und kleinen Mängel in seinem Leben ausmerzen kann und soll.

Schau dich schlau

Schau dich schlau

Im deutschen Sprachraum leiden Comics noch immer – und zu Unrecht – unter ihrem schlechten Ruf. International hat sich die «Neunte Kunst» aber längst etabliert. Denn Comics erfreuen mit ihrem vielgestaltigen Auftritt nicht nur das Auge – Bild und Wort in Kombination fordern Leserinnen und Leser und fördern so das Denkvermögen. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Dornbusch handelt – das Klimaexperiment

Dornbusch handelt – das Klimaexperiment

«Ein grosser Vorsatz scheint im Anfang toll», meinte Goethe. Wir meinen, die Klimakrise braucht grosse und damit vernünftige Vorsätze. Deshalb hat sich die Dornbusch Medien AG vorgenommen, bis Ende 2021 klimaneutral zu werden. Das ist eine Reise mit vielen Unwägbarkeiten. Denn es ist schlicht nicht klar, was dieser Vorsatz alles bedingen wird und ob er sich so absolut umsetzen lässt. Vieles werden wir erst im Laufe der Zeit realisieren, vieles werden wir lernen dürfen und bestimmt werden wir uns ab und zu die Zähne ausbeissen. Aber verlieren können wir nicht, denn alles, was wir umsetzen können, das CO2 einspart, ist bereits ein Gewinn.

Hier wurde Jesus geboren

Hier wurde Jesus geboren

Die Geburtskirche in Bethlehem ist ein wichtiger Wallfahrtsort der Christen. Sie ist über der Grotte errichtet, wo Maria Jesus zur Welt gebracht hat. War es damals tatsächlich ein Stall oder doch eher eine Höhle?

… und Herz

Der andere Blick

«Gott ist eine Wirklichkeit, die sich unserem Blick entzieht. Aber deswegen ist er nicht weniger wirklich»

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