Wie ein Opfer die Stimme einer Bewegung wurde

Am 25. November wird der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen begangen. Er ist ein Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen. In arabischen Ländern haben Frauen in diesem Punkt einiges erreicht. Doch der Preis dafür war hoch, wie das Schicksal der 37-jährigen ägyptischen Musikerin Yasmine el-Baramawy zeigt. Im November 2012 wurde sie während einer Demonstration gegen die Verfassungserklärung der Regierung der Muslimbruderschaft in Kairo von einem Rudel Männer zwischen 15 und 40 Jahren eingekreist und angegriffen. Die sexuelle Gewalt gegen Yasmine el-Baramawy dauerte Stunden.

Im Gegensatz zu den meisten Frauen, die solche Gewalt erleben mussten, schwieg Yasmine el-Baramawy nicht. Zwei Monate nach inneren Auseinandersetzungen machte die Musikerin den Vorfall öffentlich. Ihr Mut, den Angriff öffentlich anzuprangern, hat in der Folge viele andere Fälle ans Licht gebracht. Lokale Menschenrechtsvereinigungen haben begonnen, sich mit dem Phänomen der sexuellen Übergriffe gegen Frauen durch Gruppen im öffentlichen Raum auseinanderzusetzen. Ziel der Männer ist es, die Frauen ins Private – an den Herd – zurückzudrängen.

Weitere Themen im Heft

Papst Franziskus: Juden sind unsere Geschwister ***
Johanna Bonger: Die Schwägerin machte van Gogh berühmt ***
Komplexe Gesellschaft: Die Vogelwelt ist sozialer als gedacht ***
Chiles Proteste: Das Wirtschaftssystem hat versagt

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Kaufen, was man nicht braucht

Liebe Leserin, lieber Leser

Der Mangel trieb einst den Menschen an und machte ihn zum Nomaden. Heute leben wir in allen Konsumbereichen im Überfluss. Dennoch gelingt es Onlineanbietern, den Jagdtrieb nach besonders günstigen Kaufgelegenheiten mit Cyber Monday anzufachen. Der Cyber Monday wurde in den USA erfunden, um im Onlinehandel auf den Black Friday vor Thanksgiving zu reagieren. Am Black Friday, am 29. November, bietet der US-amerikanische Detailhandel enorme Rabatte. Die Bilder sind bekannt. Menschen schlafen vor den Geschäften, um von zahlenmässig beschränkten Sonderangeboten, zum Beispiel zehn Kühlschränke für zehn Dollar, zu profitieren.

Den Black Friday kopiert der Onlinehandel mit dem Cyber Monday, 2. Dezember, auch in Europa. Das wiederum hat zu neuen Ideen im europäischen Detailhandel geführt. Media Markt, Ebay, Ikea, Zalando usw. führten im vergangenen Jahr einen Red Friday durch. Es geht dabei immer um eine Preisschlacht. Vor allem bei Gütern, die dann nur wegen des tiefen Preises gekauft werden. Unser Problem ist heute: Wir haben von allem zu viel!

Herzliche Grüsse

Anton Ladner
Redaktionsleiter

 

Das Wochenmagazin für Kopf…

Ein Weltskandal!

Ein Weltskandal!

Vor den Augen der Weltöffentlichkeit nimmt der Markusdom in Venedig, eine der schönsten Kirchen der Welt, immensen Schaden. Er wurde bis zu einem Meter hoch von schmutzigem Salzwasser überflutet. Um das zu verhindern, sind seit 2003 über fünf Milliarden Euro in ein Jahrhundertprojekt, ein Schleusensystem von mechanischen Dämmen im Meer, geflossen. Doch Fehlplanung, Korruption und Schlendrian haben dazu geführt, dass die Schutzwälle immer noch nicht funktionieren.

Ein Extremer zwischen Farben und Formen

Ein Extremer zwischen Farben und Formen

In diesem Jahr werden 100 Jahre Bauhaus gefeiert. Einer der Bauhaus-Pioniere war der Schweizer Johannes Itten. Er prägte das Bauhaus in den ersten Jahren in Weimar massgeblich, löste dadurch aber auch eine Polarisierung aus. Nach drei Jahren als Meister am Bauhaus war der Konflikt mit Bauhausdirektor Walter Gropius so gross, dass Itten in die Schweiz zurückkehrte. Er blieb aber weiterhin ein prägender Lehrer.

Die Würde der Tiere wird permanent angetastet

Die Würde der Tiere wird permanent angetastet

Kein Philosoph und keine Ethikerin kann das widersprüchliche Verhalten von Menschen gegenüber Tieren in ein einziges, stringentes Modell packen. Auf einem Auge blind zu sein gegenüber der Würde aller Kreaturen erschwert auch die Wahrung von verbrieften Rechten und Schutzansprüchen der Tiere. Wie deren Umsetzung trotzdem gelingen könnte, erklärt Antoine F. Goetschel, Jurist mit Spezialgebiet Tierschutzrecht, im Interview.

Gefrässiger Käfer auf dem Vormarsch

Gefrässiger Käfer auf dem Vormarsch

Während sich US-Präsident Donald Trump mit China über Zölle und Bilanzen streitet, wird Europa von einer Invasion aus dem Reich der Mitte überrollt: Die Marmorierte Baumwanze, ein Anfang des Jahrhunderts eingeschleppter Schädling, hat 2019 erhebliche Schäden an Schweizer Obst- und Gemüsekulturen verursacht. Fachstellen rufen die Bevölkerung auf, Funde des gefrässigen Käfers zu melden.

In der Kunstwelt ein Vorbild

In der Kunstwelt ein Vorbild

Bis zum 5. Januar 2020 ist im Kunsthaus Zürich die Ausstellung «Picasso-Gorky-Warhol» mit Werken aus der Privatsammlung von Hubert Looser zu sehen. Looser, der in Zürich lebt, ist mehr als ein Kunstsammler: Mit dem Kunstforum Zürich und seinem Engagement für Legate und Donationen setzt er wegweisende Impulse.

Die Last der unbegrenzten Möglichkeiten

Die Last der unbegrenzten Möglichkeiten

Zwei grundsätzliche Annahmen westlicher Gesellschaften hat die Forschung der vergangenen Jahrzehnte widerlegt: dass der Mensch rationale Entscheidungen fällt und dass eine grosse Auswahl diese Entscheidungen erleichtert. Wie das eine mit dem anderen zusammenhängt und warum uns unbegrenzte Wahlmöglichkeiten überfordern.

Wo die Erde den Himmel berührt

Wo die Erde den Himmel berührt

Heilige Berge werden auf allen Kontinenten verehrt. Das spiegelt die menschliche Sehnsucht nach Spiritualität – seit den Griechen bis hin zu den Christen.

Medikamente für über eine Milliarde Franken pro Jahr im Müll

Medikamente für über eine Milliarde Franken pro Jahr im Müll

Die Aargauer CVP-Nationalrätin Ruth Humbel wird nach ihrer Wiederwahl die Gesundheitskommission präsidieren. Für sie steht fest: Der andauernde Anstieg der Krankenkassenprämien muss mit einer Kostenbremse in der Verfassung gestoppt werden.

«Manchmal kommen dem Stier Flausen in den Kopf»

«Manchmal kommen dem Stier Flausen in den Kopf»

Die meisten Milchviehbetriebe in der Schweiz lassen ihre Kühe künstlich besamen. Gemäss der Genossenschaft Swissgenetics, grösster Schweizer Produzent von Sperma für künstliche Besamung, wurden im Jahr 2018 etwa 85 Prozent der Kühe künstlich besamt. Einige setzen jedoch auf Natursprung wie die Brüder Brülisauer in Herisau.

«Es gibt keinen Grund mehr, mit Waffen zu kämpfen»

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Im Oktober wird in Mosambik gewählt. Am 6. August schlossen der Präsident Mosambiks, Filipe Nyusi, von der regierenden Frelimo-Partei und Ossufo Momade, Oppositionsführer der Renamo-Partei, ein historisches Friedensabkommen. Es soll ruhige Wahlen im Oktober ermöglichen. Mirko Manzoni, damals noch Schweizer Botschafter in Mosambik war massgeblich beteiligt.

… und Herz

Momente

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