Vom Schein der Macht

Beim Begriff potemkinsches Dorf geht es um Betrug, und zwar gleich in mehrfacher Weise. Dieser Betrug geht auf eine unwahre Geschichte zurück, wonach der russische Feldmarschall Potemkin Kulissen von Dörfern habe errichten lassen, um seine Kaiserin Katharina die Grosse auf einer Reise nach Neurussland über die Entwicklung der neu besiedelten Gegend zu täuschen. Lanciert wurde die Geschichte wohl, um dem Ansehen Potemkins bei der Kaiserin zu schaden. Der Fotograf Gregor Sailer hat während Jahren in zahlreichen Ländern, darunter auch in Russland und China, solche Täuschungen aufgespürt, um sie auf bestechende Weise zu dokumentieren. Vertieft man sich in die Aufnahmen, geht es immer um eine Machtdemonstration. Manchmal auf ganz billige Weise, etwa wenn bemalte Planen die Ärmlichkeit vor ausländischen Gästen kaschieren sollen.

Weitere Themen im Heft

Notre-Dame: Ein Kirchenbrand einigt Frankreich *** Fieses Grübeln: Wenn Gedanken nichts ändern *** Mörder? Opfer?: Wenn ein Freund zum Kriegsverbrecher wird *** Beschwingtes Leben: Warum eine Bankerin Tanzlehrerin wurde

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Prognosen, die nicht wahr werden

Liebe Leserin, lieber Leser

Alle sind sich einig: Wer nicht qualifiziert ist, wird es in Zukunft schwer haben, eine Stelle zu finden. Weniger qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden durch die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung überflüssig, ergo arbeitslos. Nur: Welche Arbeitnehmer sind damit konkret gemeint? Die Kassiererin am Kiosk, der Verkäufer bei der Migros, die Frau am Schalter der Post, die Hilfskraft in der Küche des Altersheims, der Hilfspfleger im Spital? Niemand mit gesundem Menschenverstand wird annehmen, dass alle diese Arbeitskräfte – auch nicht in zehn Jahren – vollständig durch Roboter ersetzt werden. Seit Jahren wird aber etwas Gegenteiliges prognostiziert, wie Sie in der neuen Ausgabe lesen. Dennoch: In der Schweiz war die Arbeitslosigkeit noch nie so tief wie in den vergangenen zehn Jahren – trotz fortschreitender Digitalisierung.

Anton Ladner
Redaktionsleiter

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Das Wochenmagazin für Kopf…

Durchgebohrt bis zur Hölle

2009 wurde der Bohrturm über dem tiefsten Loch auf der am nördlichen Polarkreis gelegenen russischen Halbinsel Kola abgerissen. Mit 12 262 Metern ist das Loch tiefer als der Marianengraben. Heruntergelassene Mikrofone fingen seltsame Klänge der seismischen Aktivität ein. Deshalb erachtete die Unesco das Kola-Loch für unentbehrlich. Moskau sah das aber anders. Autor und Fotograf Alexandre Sladkevich hat die Bohrstation in den Jahren des Abbruchs mehrmals besucht.

Das grosse Unfassbare

An Ostern wird die Auferstehung von Jesus gefeiert. Ostern ist somit das Fest der Überwindung des Todes. Dennoch bekunden die Christen Mühe, diese Tatsache in ihr Leben zu integrieren. Das ewige Leben bleibt meist ausgeklammert.

Von Fischen und Fischern

Im Christentum werden Fischer und Fische mit Jesus in Verbindung gesetzt. Denn seine Jünger wurden zu Menschenfischern und das griechische Wort für Fisch enthält ein kurz gefasstes Glaubensbekenntnis.

Markus Dieth: Der Steuer-AHV-Deal nützt uns allen

Der Aargauer CVP-Regierungsrat Markus Dieth macht sich über seine Parteiarbeit hinaus für ein Ja zum Steuer-AHV-Deal stark, der am 19. Mai zur Abstimmung gelangt. Im Interview erklärt der Finanzdirektor, warum von der Vorlage alle profitieren werden

Wer ist schuldig? Und was ist Schuld?

Wer etwas macht, das sich nicht gehört, wird von ihnen heimgesucht – den Schuldgefühlen. Aber ist es überhaupt notwendig, dass der Mensch sich schuldig fühlt? Konflikte führen früher oder später immer zur Schuldfrage.
Die Zuweisung der Schuld ist dann oft Nährboden neuer Konflikte.
Ein Ethiker, ein Richter, ein Theologieprofessor und eine Entwicklungspsychologin über Schuld.

Büchel spricht Klartext

Die Schweizer Bischöfe sind bisher nicht durch mutige Äusserungen im Klartext aufgefallen. Deshalb fanden die sonderbaren Stellungnahmen des Churer Bischofs Vitus Huonder jeweils so viel Beachtung. Der St. Galler Bischof Markus Büchel macht nun vor, dass es auch anders geht. In einem offenen Brief an die Gläubigen seines Bistums schreibt er darüber, was schiefläuft – und das in einer Sprache, die jede und jeder versteht.

Thomas Bucheli über das Aprilwetter

Schneereicher Winter und warmer Februar bei uns, zerstörerischer Wirbelsturm in Ostafrika – bis wohin geht das Wetter und wo beginnt der Klimawandel?
Erklärungen von SRF-Meteorologe Thomas Bucheli.

Wem gehört die Strasse?

Braucht es mehr Strassen, um Druck aus dem System zu nehmen, oder weniger Strassen, weil neue Verbindungen Mehrverkehr generieren? Ist die Diskussion eigentlich obsolet, weil die Einführung selbstfahrender Autos und neuer Technologien im öffentlichen Nahverkehr unser Mobilitätsverhalten in naher Zukunft grundsätzlich verändern werden?

Die Menschlichkeitsprothese

Künstliche Intelligenz als Seelentröster? Was fragwürdig klingt, existiert bereits. Doch kann eine Maschine, sei sie noch so einfühlsam, einen realen Zuhörer wirklich ersetzen?

«Nicht involviert» – tatsächlich?

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Mosambik wegen eines Korruptionsskandals den Geldhahn zugedreht. Jetzt verklagt das verarmte Land die Credit Suisse.

… und Herz

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