Glaubensimpuls von Schwester Mirijam Kaschner

In meiner Ordensgemeinschaft beraten wir derzeit über die Erstellung eines Corporate Designs, also eines einheitlichen medialen Erscheinungsbildes für unsere Kongregation. Wir sind eine internationale Gemeinschaft mit Kommunitäten in Papua Neuguinea, in den USA, in Südkorea, im Kongo, im Sudan, in Tansania und vielen anderen afrikanischen Ländern sowie in Europa – von Portugal bis Dänemark. Wir sind im Internet unterwegs, haben eigene Webseiten, Facebook-Seiten und -Gruppen, haben Youtube-Kanäle, und einige unserer Schwestern sind auch auf Instagram unterwegs. Dabei ist es wichtig, dass wir bei aller Verschiedenheit der Kulturen, Sprachen, Nationen von aussen als eine Gemeinschaft wahrgenommen werden. Und dabei soll uns das Corporate Design helfen. Dazu gehört ein Logo, bestimmte Schriftarten, festgelegte Farben und vieles mehr, das dann sowohl auf den Webseiten als auch auf Flyern, Visitenkarten, Briefköpfen usw. immer wieder auftaucht – überall in der Welt. Auf diese Weise wollen wir wiedererkennbar sein, identifizierbar. Jeder, der unser Logo sieht, soll wissen: Das sind die Missionsschwestern vom kostbaren Blut.

In den vielen Gesprächen und Diskussionen mit meinen Mitschwestern tauchte immer wieder die Frage auf: Sollen sich Ordensleute mit diesen Dingen eigentlich beschäftigen? Lenkt uns das nicht alles zu sehr vom Gebet und von der Arbeit ab? Müssen Ordensleute sich denn wie ein Unternehmen aufstellen?

Meine Antwort: Nein, nicht Ordensleute insgesamt müssen oder sollten das tun. Aber wir sind ein Missionsorden. Unsere Aufgabe ist es, Menschen die Frohe Botschaft zu verkünden, überall wo diese Menschen sind – und das heisst, eben auch in der digitalen Welt. Und ich bin mir fast sicher: Würde Jesus heute auf Erden leben, er wäre bestimmt auch auf Facebook und Co. zu finden – um Menschen von Gott zu erzählen, um mit ihnen zu diskutieren und ins Gespräch zu kommen. Aber er würde diese Menschen auch persönlich aufsuchen, denn eine persönliche Begegnung können die sogenannten «sozialen» Medien nicht ersetzen.

Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass Jesus ein eigenes Logo hätte. Und eigentlich hat er das schon: Das Jesus-Logo ist das Kreuz. Wer das Kreuz sieht, weiss automatisch, dass es sich hier um ein christliches Zeichen handelt. Jesus wird anhand dieses Zeichens eindeutig identifiziert. Und das Jesus-Logo funktioniert überall: In der Kirche weist es auf Jesus hin. Hängt es in einem Restaurant, weiss ich, dass der Besitzer ein frommer Mann sein mag. Im Flughafen zeigt es mir an, dass sich dort eine Kapelle befindet.

Vielleicht sollte ich meinen Mitschwestern das Jesus-Logo als Verständnishilfe anbieten, denn das trägt eine jede von uns um den Hals als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu Ihm.