In unseren Gemeinschaften haben wir hin und wieder nächtliche eucharistische Anbetung, «meist eingebettet in die sogenannte ‹ewige Anbetung›» in der Diözese. Wir Ordensleute übernehmen – soweit möglich – die nächtlichen Stunden.

Diese Stunden in der Nacht sind besonders. Die Welt ist still geworden, die meisten Menschen schlafen – und unsere Aufgabe ist es, in dieser Zeit zu wachen und zu beten.

Besonders beeindruckend für mich ist es, wenn diese nächtliche Anbetungszeit mit dem Sakrament der Versöhnung, der Beichte, verbunden werden kann. In einer solchen Nacht ist der folgende Text entstanden, den ich mit Ihnen teilen möchte:

Herr, mein Gott, Du bist gross,
und Deine Liebe ist ohne Ende.

In Deiner Gnade hast Du mein Gewissen berührt
und mich gedrängt, zu Dir zu kommen.
Und so kam ich zu Dir in der Nacht,
und in der Dunkelheit konnte ich Deine Nähe ertragen.

Du legtest mir Worte der Wahrheit in den Mund
und erwecktest tiefe Reue in meinem Herzen.
Ich bekannte Dir meine Sünde
und gab meiner Schuld Worte.

Ich sprach aus vor Dir, was ich getan,
gedacht und gesagt habe,
und Du hast (zu-)gehört.

Ich durfte einfach sein vor Dir, wie ich bin,
brauchte mich nicht zu verstecken.
Du hast mich angeschaut in meiner Scham
und den Blick nicht von mir genommen.

Innerlich ausgeleert war ich vor Dir,
nackt und bloss,
ich war aller Masken beraubt,
die ich vor Dir nicht mehr brauchte.

Und Du hast auf mich geschaut,
hast Deinen Blick der Liebe mir geschenkt,
meine innere Scham zugedeckt
mit Deinen Augen der Barmherzigkeit.

Und dann hast Du gesagt: «Ich vergebe dir»
und meine Schuld vergessen.
Du hast meine Hand genommen
und mich in die Arme geschlossen.

Du hast mich zum Tanz gebeten,
zum Tanz der Liebenden.
Du und ich − wir sind im Einklang –
und ich darf wieder Deinen Schritten folgen.

Für kurze Zeit bin ich gestolpert,
aus dem Tritt gekommen und gefallen.
Doch Du hast mich aufgefangen
und gesagt: «Lass uns neu beginnen!»

Wie kann ich Dir danken, Herr,
und wie meine Dankbarkeit zeigen?

«Komm, lass uns wieder tanzen», sagst Du,
«überlasse Dich mir und lass dich führen.
Gib Dich mir ganz hin,
und folge der Liebesmelodie meines Herzens.»

«Bleib ganz nah bei mir», sagst Du,
«damit Du meinen Herzschlag spürst.
Dann kannst du merken,
wie gross meine Sehnsucht ist nach Dir.»

Mein Herr und mein Gott,
führe mich, ich lasse mich los.
Tanze mit mir – nach Deiner Melodie.
Ich schenke mich Dir – wieder neu und wieder ganz.