Thomas von Aquin, dessen Gedenktag am 28. Januar begangen wird, war ein italienischer Dominikaner und gilt als einer der einflussreichsten Philosophen und der bedeutendsten katholischen Theologen der Geschichte. Er ging davon aus, dass die Strafe in der Hölle endlos sei. Er schrieb vom «Irrtum derjenigen, die behaupten, dass die Strafen der Gottlosen irgendwann beendet sein werden». Für ihn stand fest: «Die Grösse der Strafe entspricht der Grösse der Sünde. (…) Nun aber wiegt eine Sünde gegen Gott unendlich schwer, denn je höher eine Person steht, gegen die man Sünde begeht, desto schwerer ist die Sünde.» Thomas von Aquin unterschied genau: «Die Erlösten erleben eine vollendete Zeit, die Verdammten eine nie enden wollende.»

Der Theologe Josef Ratzinger und spätere Papst schrieb dazu: «Im Blick auf das Dogma von der ewigen Bestrafung der in der schweren Sünde Dahingegangenen ist zunächst zu bedenken, dass wir hier vor einer Aussage über die jenseitige Wirklichkeit stehen, d. h. über eine Seinsform, von der wir keinerlei Erfahrung haben können, die daher in ihrer Eigenart und inneren Wesensweise sich unserem Urteilsvermögen schlechterdings entzieht: Nicht nur unser Zeit- und Raumbegriff ist dabei ausser Kraft gesetzt, sondern unsere gesamte Seinsform überschritten. Die naive analogielose Anwendung unseres Zeit- und Raumdenkens, eine rein innerweltliche Beurteilung des Ganzen also, die diesem Dogma eine oft kaum zu ertragende Gestalt gibt, muss demnach als eine Verzerrung seiner eigentlichen Bedeutung erkannt werden.»

Für den Schweizer Jesuiten Hans Urs von Balthasar, der vor seiner Einsetzung als Kardinal verstarb, war die Hölle leer. Dort liegen für von Balthasar nur die Sünden, aber die nicht die Verursacher der Sünden. «Ist die menschliche Freiheit nicht absolut genug, dem vollkommenen Ja Gottes endgültig zu widerstehen und sich in eine selbstgenügsame Einsamkeit zu verschliessen? Hier wäre vielleicht zu erwägen, dass Gott den Neinsager sicherlich nicht durch seine Allmacht überwältigt, seine Verschlossenheit gleichsam gewalttätig aufknackt, dass aber der in Ohnmacht rein auf sich selbst Bezogene doch wohl nicht umhin kann, einen noch Ohnmächtigeren ‹neben› sich wahrzunehmen, der ihm die Absolutheit seiner Einsamkeit streitig macht. Er hat seine Wette nicht gewonnen, gleichsam eine Gegen-Absolutheit gegen Gott aufrichten zu können. Wir können uns diese Erfahrung einer überholten, besiegten Absolutheit nicht näher ausmalen. Aber sie kann uns doch zu einer umfassenden Hoffnung für alle berechtigen. Eine solche zu hegen ist uns nicht verboten, wir dürfen sogar sagen, sie sei uns geboten angesichts von Worten Jesu, wie dass er am Kreuz alle an sich ziehen wird, und Pauli, der uns sagt, Gott wolle, dass alle Menschen gerettet werden (…)»