Wer sich im Sommer der Sonne aussetzt, kommt nicht mehr ohne Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor aus. Aber auch bestimmte Lebensmittel verbessern die Widerstandskraft gegen die gefährlichen UV-Strahlen.

von Sara Huber

Vorweg: Auch eine gute Kombination von Lebensmitteln, die den Schutz gegen UV-Strahlen verbessern, ersetzt keine Sonnencreme mit einem hohen Lichtschutzfaktor. Aber besondere Lebensmittel erweisen sich als guter Grundschutz im Sommer. Omega-3-Fettsäuren sind heute vor allem als guter Schutz vor Alzheimer bekannt. Sie sind insbesondere in fetten Fischen enthalten (Lachs, Hering usw.), die in unseren Breitengraden oft zu wenig auf den Tisch kommen. Auch Pflanzenöle (Raps, Lein und Soja) verfügen über einen hohen Grad an Omega-3-Fettsäuren, werden aber auch in zu geringen Mengen konsumiert. Omega-3-Fettsäuren stärken die Widerstandsfähigkeit der Haut. Dadurch kann die Einnahme von Fischöl- oder zum Beispiel Leinölkapseln das Risiko von Sonnenallergien reduzieren. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend, versorgen die Haut mit viel Feuchtigkeit und verbessern die Spannkraft der Haut. Wer zu Sonnenallergie neigt, sollte zudem Milchprodukte, Eier und Vollkornprodukte essen, da Calcium und Zink die Freisetzung von Histamin blockieren, das die Entzündungsreaktion auslöst, was zu einem juckenden Hautauschlag führen kann. Denn Histamin ist einer der Botenstoffe in der Entzündungsreaktion, um eine Anschwellung des Gewebes zu bewirken. Für einen besseren Hautschutz sorgen auch die Vitaminen A, C und E.

Beta-Carotin, eine Vorstufe von Vitamin A, bieten im Sommer Aprikosen, Wassermelonen, Tomaten und Paprika. Beta-Carotin wird in unserem Körper in Vitamin A umgewandelt, braucht dann aber zur Aufnahme noch Fett. Deshalb stellt Käse den idealen Vitamin A-Konsum dar. Bei reichlichem und regelmässigem Beta-Carotin-Konsum kann die Haut einen bräunlichen Teint erhalten, der jedoch keinen Schutz vor UV-Strahlen bietet. Rote Johannisbeeren, rote Paprika, aber ebenso Kartoffeln sind reich an Vitamin C und wirken auch als Antioxidans. Das sind «Auffänger» von freien Radikalen. Freie Radikale sind Zwischenprodukte des Stoffwechsels, die ständig in jeder Zelle des menschlichen Körpers entstehen. Sie sind hochreaktiv und sehr aggressiv. Die freien Radikale werden für die Alterung aller Organe verantwortlich gemacht. Die UV-Bestrahlung der Haut führt zu mehr freien Radikalen. Deshalb wird angenommen, dass eine Neutralisierung der freien Radikale, zum Beispiel durch Vitamin C, dem Wohl der Haut dient. Vitamin C soll – frühzeitig eingenommen – durch die antioxidative Wirkung helfen, vor einem Sonnenbrand zu schützen. Auch Vitamin E hilft, freie Radikale abzufangen, die sich durch Sonnenbestrahlung in der Haut bilden. Besonders viel Vitamin E bieten Mandeln und Avocados. Neben Zink, das sonnengeschädigte Haut bei der Regeneration unterstützt, gehört Lycopin zu den wichtigsten UV-Schutzstoffen. Der Farbstoff der Tomaten hat eine stark antioxidative Wirkung und macht die Haut weniger sonnenempfindlich. Aber die Bioverfügbarkeit von Lycopin ist in erhitzten Tomaten viel höher. Erfolgt die Erhitzung unter Zugabe von Olivenöl, erhöht sich die antioxidative Effektivität von Lycopin im Gegensatz zu Sonnenblumenöl signifikant. Der Schutzeffekt von Lycopin ist allerdings nur bei sieben bis zehn Tomatenmahlzeiten pro Woche ausgeprägt. Dabei spielt auch die Länge der Lagerung im Haushalt bei unterschiedlichen Temperaturen eine wichtige Rolle, wie eine neue Studie zeigt.

Lycopin besitzt eine etwa doppelt so hohe antioxidative Kapazität wie Beta-Carotin. Auch bei Sonnenbrand wirkt die Substanz etwa achtmal stärker als Beta-Carotin. Denn es lagert sich aufgrund seiner extrem lipophilen Struktur horizontal in die Phospholipidschicht ein.

Die Bedeutung von Vitamin D für die geistige und körperliche Gesundheit wird derzeit in mehreren Studien vertieft. So sollen die Wachstumsschmerzen, an denen Kinder oft leiden, in einem Vitamin-D-Mangel begründet liegen. Im Gegensatz zu anderen Vitaminen wird Vitamin D vom Körper mithilfe von UV-Strahlung hergestellt. Die Lichtschutzfaktoren in Sonnenschutzcremes verhindern aber, dass gerade jene für die Vitamin-D-Bildung notwendige UVB-Strahlung in die Haut eindringt. Aus diesem Grund sollte man auch im Sommer mehrmals die Woche für jeweils zehn bis 15 Minuten ohne Sonnenschutzmittel und leicht bekleidet in die Sonne gehen.