Händewaschen ist besser, als sie zu desinfizieren

Die aktive Gefahr, sich mit dem Coronavirus COVID-19 anzustecken, hat zu einer gewaltigen Nachfrage nach Desinfektionsmitteln geführt, die vielerorts nicht mehr befriedigt werden kann. Gefragt sind vor allem desinfizierende Handgels. Sie nützen aber nur, wenn sie als viruzid gekennzeichnet sind, sonst schaden sie. Die aktive Gefahr, sich mit dem Coronavirus COVID-19 anzustecken, lässt nach Gels und Sprays greifen, sofern sie überhaupt verfügbar sind. Dass man sich aber über mit COVID-19 kontaminierte Flächen, also über Türgriffe, Lebensmittelprodukte oder Zeitungen, infizieren kann, ist bis heute nicht nachgewiesen. Über die Resistenz des Virus auf Oberflächen ist noch zu wenig bekannt.

Bei der Kontaktinfektion, die auch als Schmierinfektion bezeichnet wird, werden Keime über eine Kette von Berührungen weitergereicht. Der beste Schutz dagegen ist gründliches Händewaschen (20 Sekunden, alle Flächen).Weit verbreitet ist aber die Meinung, es sei besser, sich die Hände zu desinfizieren, und zwar möglichst oft. Obwohl das Handdesinfektionsmittel als eine wirksame Lösung für unterwegs erscheinen mag, um sich von Keimen zu befreien, kann seine zu häufige Anwendung mehr schaden als nützen. Handdesinfektionsmittel töten in erster Linie sehr effektiv Bakterien ab. Triclosan ist der aktive Bestandteil zahlreicher Handdesinfektionsmittel, der eine Vielzahl von Mikroben wirksam entfernt. Aber dieser Inhaltsstoff regt ebenso effektiv die Entwicklung von antibiotikaresistenten Bakterien an, wie eine Studie 2018 ergeben hat.

Weitere Themen im Heft

Pessach: Gott erlöst aus der Knechtschaft *** Bauwirtschaft: Grosses Potenzial für Nachhaltigkeit *** Toilettenpapier: Fakten zum Objekt der Begierde *** Musse: Anfang aller Tugenden

Jetzt den Sonntag abonnieren!

Weltweite Nabelschau

Liebe Leserin, lieber Leser

Nach der G20-Konferenz vom vergangenen Donnerstag erklärten die G20-Staaten: «Im Zuge unserer gezielten finanzpolitischen und wirtschaftlichen Massnahmen und Bürgschaften investieren wir mehr als fünf Billionen Dollar in die Weltwirtschaft, um den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Pandemie zu begegnen.» Bei diesen fünf Billionen Dollar (5000 Milliarden) geht es um die Gelder, die in die eigenen Volkswirtschaften gepumpt werden. Das US-Konjunkturprogramm für die eigene Wirtschaft hat allein einen Umfang von 2000 Milliarden Dollar. An der von Saudi-Arabien präsidierten Konferenz wurde kein Wort über den entsetzlichen Krieg in Jemen verloren, den Saudi-Arabien anführt.

Auch kein Wort über den Syrien-Krieg, der von Russland angefeuert wird. Und ebenso kein Wort der Hilfe für die ärmsten Länder der Welt. Die Hilferufe von UNO-Generalsekretär António Guterres blieben ungehört. Er forderte nämlich auch einen unverzüglichen Kriegsstopp an allen Fronten, um die Ausbreitung des Coronavirus mit vereinten Kräften zu bekämpfen. Die logische Forderung blieb am G20-Treffen unbeachtet. Denn jeder Staat denkt jetzt erst recht an die Eigeninteressen. Ob das Virus besiegt wird, entscheidet sich aber erst bei den schwächsten Gliedern der Gesellschaft, bei den Menschen in den ärmsten Ländern. Ohne Hilfe für sie kein Sieg gegen das Virus.

Tragen Sie sich Sorge, herzlich

Herzliche Grüsse

Anton Ladner
Redaktionsleiter

 

Das Wochenmagazin für Kopf…

Unser neues Angebot für Sie!

Aufgrund der Corona-Pandemie sind sämtliche Gottesdienste verboten. Der Sonntag hat für Sie daher die Plattform www.virtuellekirche.ch erstellt.
Hier finden Sie Anregungen für Momente der Stille und der Andacht. Am Wochenende schalten wir zudem die aufbereiteten Lesungstexte, Musik und Videos für einen „Gottesdienst am Bildschirm“ auf.
Wir hoffen, so einige Lücken in der bedeutungsvollen Fasten- und Osterzeit schliessen zu können. Hier klicken!

20 Stunden für halbleere Netze

20 Stunden für halbleere Netze

Der professionelle Fischfang ist in Italien zu einer grossen Herausforderung geworden. Die Fischbestände sind massiv zurückgegangen. Das bedeutet für unabhängigen Fischer längere Arbeitszeiten bei weniger Ertrag. Eine Reportage aus Livorno.

Langes Warten auf eine zahlbare Wohnung

Langes Warten auf eine zahlbare Wohnung

Ringen um günstigen Wohnraum – auf beiden Seiten. Die bürgerlichen Parteien CVP, FDP, SVP, GPL und BDP bekämpfen die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen», die am 9. Februar zur Abstimmung kommt. Sie warnen vor Bürokratie, hohen Kosten und gravierenden Nebenwirkungen. Derweil engagieren sich die Grünen und die Sozialdemokraten für die Initiative. Balthasar Glättli, Zürcher Nationalrat der Grünen und Präsident des Mieterverbandes, erklärt im Interview, was die Initiative bewirken will. CVP-Ständerätin Brigitte Häberli begründet derweil ihre Vorbehalte.

Beethovens Liebessuche

Beethovens Liebessuche

Der 1770 geborene Ludwig van Beethoven hatte eine grosse Leidenschaft für Frauen. Vielleicht, weil sich die grosse Liebe in seinem Leben nie realisieren liess. Wohl auch nicht mit seiner «unsterblichen Geliebten», die bis heute Rätsel aufgibt.

«Craic, craic, craic …»

«Craic, craic, craic …»

Die irische Küstenstadt Galway ist zusammen mit Rijeka in Kroatien Kulturhauptstadt Europas 2020. In Galway studiert ein Viertel der Einwohner, was am Rand von Europa zu einer aussergewöhnlich lebhaften Stadt geführt hat, die ihre Bewohnerzahl innert kurzer Zeit auf 80 000 verdoppelte. In Galway zählt vor allem «craic» – Spass haben.

(K)ein Leben ohne Mangel?

(K)ein Leben ohne Mangel?

Ab wann empfinden Sie Mangel? Oder umgekehrt gefragt: Was muss unverzichtbar Teil Ihres Lebens sein, damit es für Sie ein gutes Dasein ist? Diese Fragen beantwortet wohl jeder Mensch etwas anders, denn die Antwort hängt von persönlichen Gegebenheiten ab. Nicht zuletzt auch von Beruf und Lebenseinstellung. Wir haben eine kleine Sammlung von Auseinandersetzungen mit diesen Fragen zusammengetragen, die einmal etwas persönlicher und einmal eher sachlich angegangen werden. Einig sind sich die Schreiberinnen und Schreiber jedoch darin, dass es eigentlich gar nicht so viel braucht, um die gefühlten grossen und kleinen Mängel in seinem Leben ausmerzen kann und soll.

Schau dich schlau

Schau dich schlau

Im deutschen Sprachraum leiden Comics noch immer – und zu Unrecht – unter ihrem schlechten Ruf. International hat sich die «Neunte Kunst» aber längst etabliert. Denn Comics erfreuen mit ihrem vielgestaltigen Auftritt nicht nur das Auge – Bild und Wort in Kombination fordern Leserinnen und Leser und fördern so das Denkvermögen. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Dornbusch handelt – das Klimaexperiment

Dornbusch handelt – das Klimaexperiment

«Ein grosser Vorsatz scheint im Anfang toll», meinte Goethe. Wir meinen, die Klimakrise braucht grosse und damit vernünftige Vorsätze. Deshalb hat sich die Dornbusch Medien AG vorgenommen, bis Ende 2021 klimaneutral zu werden. Das ist eine Reise mit vielen Unwägbarkeiten. Denn es ist schlicht nicht klar, was dieser Vorsatz alles bedingen wird und ob er sich so absolut umsetzen lässt. Vieles werden wir erst im Laufe der Zeit realisieren, vieles werden wir lernen dürfen und bestimmt werden wir uns ab und zu die Zähne ausbeissen. Aber verlieren können wir nicht, denn alles, was wir umsetzen können, das CO2 einspart, ist bereits ein Gewinn.

Hier wurde Jesus geboren

Hier wurde Jesus geboren

Die Geburtskirche in Bethlehem ist ein wichtiger Wallfahrtsort der Christen. Sie ist über der Grotte errichtet, wo Maria Jesus zur Welt gebracht hat. War es damals tatsächlich ein Stall oder doch eher eine Höhle?

Auf den Hund gekommen

Auf den Hund gekommen

In Lugano ist eine Ausstellung des US-amerikanischen Fotokünstlers William Wegman zu sehen, der seine Hunde eingekleidet oder in besonderen Positionen ablichtet. Was auf den ersten Blick lustig erscheint, löst beim zweiten Blick grundsätzliche Fragen aus.

Unsere 150-Tonnen-Freunde

Unsere 150-Tonnen-Freunde

Wagemutige Abenteurer waren die Walfänger, die ab dem 17. Jahrhundert ihre Beute bis in die entlegensten Winkel der Erde verfolgten. Heute zeigt sich, dass diese Seefahrer dabei fast einen unserer treuesten Verbündeten gegen die Klimaerwärmung ausgerottet hätten – denn Wale spielen allein schon aufgrund ihrer Grösse eine entscheidende Rolle in den Ökosystemen der Weltmeere.

… und Herz

Junias und Junia

«Wenn die Kirche hier vor Ort eine Zukunft haben will, dann nur mit den Frauen – als gleichberechtigte Mitarbeiterinnen auf allen Ebenen»

100 Jahre Sonntag

Sie erhalten zwei Ausgaben des Sonntag kostenlos zum Kennenlernen.

Wir versprechen Ihnen:

  • Sie erhalten keine Rechnung. 

  • Sie müssen nicht kündigen. 

  • Es startet kein automatisches Abo.

Unverbindlich kennenlernen!

9 + 12 =