Vom Schein der Macht

Beim Begriff potemkinsches Dorf geht es um Betrug, und zwar gleich in mehrfacher Weise. Dieser Betrug geht auf eine unwahre Geschichte zurück, wonach der russische Feldmarschall Potemkin Kulissen von Dörfern habe errichten lassen, um seine Kaiserin Katharina die Grosse auf einer Reise nach Neurussland über die Entwicklung der neu besiedelten Gegend zu täuschen. Lanciert wurde die Geschichte wohl, um dem Ansehen Potemkins bei der Kaiserin zu schaden. Der Fotograf Gregor Sailer hat während Jahren in zahlreichen Ländern, darunter auch in Russland und China, solche Täuschungen aufgespürt, um sie auf bestechende Weise zu dokumentieren. Vertieft man sich in die Aufnahmen, geht es immer um eine Machtdemonstration. Manchmal auf ganz billige Weise, etwa wenn bemalte Planen die Ärmlichkeit vor ausländischen Gästen kaschieren sollen.

Weitere Themen im Heft

Notre-Dame: Ein Kirchenbrand einigt Frankreich *** Fieses Grübeln: Wenn Gedanken nichts ändern *** Mörder? Opfer?: Wenn ein Freund zum Kriegsverbrecher wird *** Beschwingtes Leben: Warum eine Bankerin Tanzlehrerin wurde

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Prognosen, die nicht wahr werden

Liebe Leserin, lieber Leser

Alle sind sich einig: Wer nicht qualifiziert ist, wird es in Zukunft schwer haben, eine Stelle zu finden. Weniger qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden durch die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung überflüssig, ergo arbeitslos. Nur: Welche Arbeitnehmer sind damit konkret gemeint? Die Kassiererin am Kiosk, der Verkäufer bei der Migros, die Frau am Schalter der Post, die Hilfskraft in der Küche des Altersheims, der Hilfspfleger im Spital? Niemand mit gesundem Menschenverstand wird annehmen, dass alle diese Arbeitskräfte – auch nicht in zehn Jahren – vollständig durch Roboter ersetzt werden. Seit Jahren wird aber etwas Gegenteiliges prognostiziert, wie Sie in der neuen Ausgabe lesen. Dennoch: In der Schweiz war die Arbeitslosigkeit noch nie so tief wie in den vergangenen zehn Jahren – trotz fortschreitender Digitalisierung.

Anton Ladner
Redaktionsleiter

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Das Wochenmagazin für Kopf…

Das grosse Unfassbare

An Ostern wird die Auferstehung von Jesus gefeiert. Ostern ist somit das Fest der Überwindung des Todes. Dennoch bekunden die Christen Mühe, diese Tatsache in ihr Leben zu integrieren. Das ewige Leben bleibt meist ausgeklammert.

Auch Globis Wege führen nach Rom

Vor Jahren war er in Venedig, nun lag für den viel beschäftigten Globi auch mal eine Reise nach Rom drin. Dort ist er gleich mittendrin in einem Abenteuer, bei dem die Schweizergarde eine Rolle spielt, und er trifft – natürlich – den Papst persönlich.

Hoffnungslos überforderte Bischöfe

Nach dem Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan liegen die Hoffnungen auf den Bischöfen. Was die Vorsitzenden der jeweiligen Bischofskonferenzen dort gehört haben, soll zu einer Sensibilisierung in den Diözesen führen. Damit rückt das Bischofsamt in den Fokus.

Lohn für gleiche Arbeit

Viele Bäuerinnen arbeiten ohne Lohn auf dem Hof ihres Mannes mit und sind deshalb nur minimal sozialversichert. Nun will ein Vorschlag des Bundesrates diesen Missstand ändern. Wer in einem Bauernbetrieb arbeitet, muss versichert werden, sonst werden die Direktzahlungen gekürzt. Frauenverbände und Bio Suisse sind dafür, der Schweizerische Bauernverband dagegen. Eine Analyse mit Nationalrätin und Bäuerin Maya Graf

Algen machen Appetit!

Wie kann die Erde dereinst zehn Milliarden Bewohnerinnen und Bewohner ernähren? Womit sollen wir in Zukunft unsere Fahrzeuge antreiben? Verschiedene Wissenschaften haben auf diese drängenden Fragen der Menschheit eine einfache Antwort gefunden: mit Algen. Neue Erkenntnisse über die glitschigen Dinger vom Meeresgrund.

Glücklich dank Religion

Das Pew Research Center in Washington hat soeben eine Studie veröffentlicht, wonach aktive Gläubige glücklicher sind als nicht religiöse Menschen. Das Ergebnis stützt sich auf Umfragedaten in über zwei Dutzend Ländern.

Bitte, schmilz nicht!

Der lustige Schneemann von heute war bei Shakespeare eine bedrohliche Gestalt, der personifizierte Winter. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Schneemann ein lieblicher Geselle. Die Einstellung der Menschen zum Schnee hatte sich gewandelt. Heute setzt auch die moderne Kunst auf den Schneemann.

Zwischen Gleichberechtigung und Machismo

In den international sehr erfolgreichen spanischen Fernsehserien «Haus des Geldes», «Grand Hotel» oder «Die Telefonistinnen» werden die Frauen stark und führend dargestellt. Ist der Machismo in Spanien nur noch ein Traum der Männer? Ein Blick auf drei Generationen ergibt ein sehr unterschiedliches Bild.

Unter Zwang zur Zivilisation?

Im November vergangenen Jahres bezahlte John Chau seinen Missionierungsversuch auf North Sentinel Island (Indien) mit dem Leben. Die Inselbewohner gelten als  «unkontaktiertes Volk» – seit Jahrhunderten verweigern sie sich dem Rest der Welt. Über 100 weitere isolierte Völker soll es in Asien, Südamerika und vielleicht auch Afrika noch geben. Müssen wir ihren Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, respektieren – oder werden sie ohne unser Eingreifen ausgelöscht?

Mozart im Käse

Der «Mozart-Effekt» hat nach Kindern und Kühen jetzt auch den Käse erfasst. Ob der Emmentaler durch Beschallung mit Mozarts Werken besser wird, untersucht man in Burgdorf zusammen mit der Hochschule der Künste Bern (HKB). Der «Mozart-Effekt» ist jedoch zunehmend umstritten.

… und Herz

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