Genug ist zu wenig

Obwohl wir alles haben, finden wir stets einen neuen Mangel, den es zu befriedigen gilt. Glücklich werden wir dabei aber nicht. Der Ökonom Mathias Binswanger beschreibt in seinem Buch «Tretmühlen des Glücks» die Gründe für diesen Kreislauf. Schon immer seien materielle Werte mit Glück gleichgesetzt worden.

Wenn man nicht genug habe, um seine Grundbedürfnisse zu decken, dann sei es offensichtlich, dass mehr materieller Wohlstand mehr Glück bedeute. Umgekehrt sei es aber so, dass je reicher man sei, umso weniger das Glück mit dem materiellen Wohlstand zusammenhänge. Deshalb stellt man in entwickelten Ländern keinen Zusammenhang mehr fest zwischen Glück und Einkommen.

Weitere Themen im Heft

Nonnen am Ofen: Sie sollen weiter Hostien backen *** Ein ewiges Leben: Wie Quallen sich permanent verjüngen *** Gemeinde und Demokratie: Komplexität erschwert Mitmachen *** 100 Jahre Fellini: Von der Vielfältigkeit des Menschseins

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Eine Milliarde Tiere verbrannt

Liebe Leserin, lieber Leser

In Australien sind seit Oktober mehr als zehn Millionen Hektar Land verbrannt. Temperaturen von über 40 Grad Celsius und starke Winde begünstigen die Feuer weiter. Experten schätzen, dass bereits über eine Milliarde Tiere gestorben sind. Der australische Regierungschef Scott John Morrison hat sich in den vergangenen Monaten etwas demontiert. Zuerst nannte er die Buschbrände, die schon im Oktober, zwei Monate früher als sonst, zu lodern begannen, eine normale Erscheinung. Dann wurde es so schlimm, dass er aus den Ferien auf Hawaii zurückehren und sich öffentlich für seine Gleichgültigkeit entschuldigen musste. Vergangene Woche übten nun die Feuerwehrleute, weitgehend Freiwillige, die nach den wochenlangen Einsätzen völlig erschöpft sind, massiv Kritik am Premierminister.

Der Regierungschef hatte öffentlich erklärt, die Männer würden gerne gegen die Feuer ankämpfen. Inzwischen hat er die Armee aufgeboten. Auch für Mitglieder von Morrisons liberaler Partei steht inzwischen fest: Australien durchlebt eine Naturkatastrophe– ohne Aussicht auf ein Ende. Seit Wochen anhaltende Temperaturen von über 40 Grad trocknen die Natur weiter aus, die wegen der zu geringen Regenfälle in den vergangenen drei Jahren bereits ein Wasserdefizit hat. 2019 war seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Anfang des vorigen Jahrhunderts das heisseste und trockenste Jahr Australiens. Die Brände sind derzeit nicht zu stoppen – und bedrohen nun ganze Städte. Der Weltklimarat IPPC warnte bereits 2014 vor dieser Entwicklung. Die Naturkatastrophe in Australien wirft auch die Frage auf, ob im Mittelmeerraum in den kommenden Jahren ebenfalls mit lang anhaltenden Sommerfeuern zu rechnen ist.

 

Herzliche Grüsse
Anton Ladner, Redaktionsleiter

 

Das Wochenmagazin für Kopf…

Schau dich schlau

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Im deutschen Sprachraum leiden Comics noch immer – und zu Unrecht – unter ihrem schlechten Ruf. International hat sich die «Neunte Kunst» aber längst etabliert. Denn Comics erfreuen mit ihrem vielgestaltigen Auftritt nicht nur das Auge – Bild und Wort in Kombination fordern Leserinnen und Leser und fördern so das Denkvermögen. Hier erfahren Sie, wie das geht.

«Träumchen» und «Schätzchen»

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Zu schnell unter dem Messer

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Eine neue Drehscheibe für Kunst

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Keine Lust auf kleine Früchte?

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Genua gibt sich nicht geschlagen

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Burn-out: Mehr als eine Modekrankheit

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… und Herz

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