Vor einigen Tagen bin ich aus dem Urlaub zurückgekommen. Es waren fantastische Tage, die ich im Berchtesgadener Land verbringen durfte, mit ausgedehnten Wanderungen in den Alpen. Das Wetter hat mitgespielt, es gab nur wenige Regentage. Nach einem dieser regnerischen Tage bin ich zu einer grösseren Tour aufgebrochen. Unterwegs stiess ich auf einen Steig, der komplett aufgeweicht war: Matsche, wohin das Auge reichte, knöcheltief aufgeweichte Wege, die von den Kühen zudem noch total zertrampelt waren. Sogar meine hohen Wanderstiefel versanken im nassen Dreck.

Als ich noch dort stand, mir das Desaster anschaute und überlegte, ob ich nicht lieber umkehren sollte, tauchte ein junges Pärchen auf: er in Kletterschuhen, sie in leichten Turnschuhen. Beide schauten genau wie ich entsetzt und ungläubig auf die Bescherung. Sie sagte: «Oh nee, das darf doch nicht wahr sein, hier gehe ich nicht weiter.» Er versuchte, sie zu überreden, hoffnungslos und vergeblich. «Nein, nein, nein!», rief sie. Und dann sagte er: «Ach Schatz, du bist doch so schlank und leicht, du schwebst doch einfach über den Dreck hinweg.» Ich dachte in diesem Moment, wenn das mein Freund wäre, ich liefe auf der Stelle los, was die junge Frau auch genau tat.

Nachdem ich mich dann durch den Dreck gekämpft hatte und meine Wanderung fortsetzte, ging mir diese Begegnung noch lange nach. Wie schön ist es doch, wenn wir Menschen an unserer Seite haben, die uns so ermutigen können, die uns mit wenigen Worten dazu bringen können, etwas zu tun, was wir für unmöglich gehalten haben. Ermutigung ist für jeden und jede von uns wichtig.

Vor wenigen Tagen haben wir ein besonders Marienfest gefeiert. Die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel, die unkorrekterweise oft als Maria Himmelfahrt bezeichnet wird. Für mich ist dieses Fest eine grosse Ermutigung Gottes. Das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel wurde am 1. November 1950 von Papst Pius XII. verkündet. Fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, in dem die Leiber von Millionen von Menschen erniedrigt, gequält, geschändet und vernichtet wurden. Und hier setzt das Fest ein starkes Ausrufezeichen: Nein, der Leib des Menschen ist heilig. Er ist Tempel Gottes. An Maria wird genau das sichtbar. Sie wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen, und dies ist das Ermutigungszeichen Gottes an jeden und jede von uns. So wie es Maria ergangen ist, wird es auch unserem Leib ergehen. Wir werden auferstehen, mit Leib und Seele. Welche Hoffnung, welche Ermutigung!