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Immer wieder höre ich Geschichten über Verstorbene, die sichtbar wurden und Botschaften hinterliessen. Dem bin ich immer mit Skepsis gegenübergestanden.

Doch was ist mit Ostern?

Ostern lebt von solchen Erzählungen. Der tote Jesus erscheint den Hinterbliebenen als Lebender und spricht zu ihnen, hinterlässt Botschaften.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu deuten, bis hin zu jeglicher Ablehnung einer Deutungsmöglichkeit. Sogar die Leugnung des Todes Jesu kursiert immer wieder unter den grundsätzlich Skeptischen. Der Totgeglaubte am Kreuz sei abgenommen worden, habe sich erholt und unbemerkt entfliehen können. Ziemlich unvorstellbar nach einer solchen Folter!

Aus den biblischen Berichten geht klar hervor: Für die Jünger und Jüngerinnen war Jesus tot.

Sie waren im Tiefsten erschüttert. Denn ihr Freund und Meister war für sie der Inbegriff aller Hoffnungen für eine neue Welt, wie auch immer sie sich diese Welt vorgestellt hatten. Ihr Heilsbringer, schuldlos als Verbrecher hingerichtet! Mit ihm hatten sie im wahrsten Sinne des Wortes auch ihre Hoffnungen zu Grabe getragen. In dieser Verfassung begeben sich die Frauen in der Morgenfrühe zum Grab. Sie wollen den Leichnam salben (Mk 16,1). Ein letzter Liebesdienst für den Toten!

Es wartet auf sie eine weitere Erschütterung. Sie erfahren, dass der Tote lebt. Ein Engel am Grab sagt es ihnen. Er schickt sie auf den Weg, die Botschaft weiterzusagen. Unterwegs tritt Jesus selbst ihnen entgegen (Mt 28,9).

Ähnlich ist die Erfahrung der Maria Magdalena am Grab. Sie weint. Jesus nennt ihren Namen. Sie wendet sich um und erkennt in diesem Moment den so sehr geliebten Freund. Sie möchte ihn festhalten (Joh 20,16), doch Jesus gibt ihr den Auftrag: Geh, sag’s den Brüdern, ich lebe!

Tote, die in die Sichtbarkeit treten – so habe ich mir sagen lassen –, möchten meistens eine Botschaft übermitteln, und die wichtigste sei: Es geht mir gut.

Was vermittelt Jesus?

Als er durch verschlossene Türen unerwartet in die Versammlung der verängstigten Jünger tritt (Joh 20,19), lautet seine Botschaft: Friede sei mit euch!

Wer so sprechen kann, dem geht es gut, weil er selbst in Frieden ist.

Das Leben ist stärker als der Tod. Jetzt ist es an uns, an solches Leben zu glauben oder nicht.