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Achtsamer Blick

Sophie Achermann

Geschäftsführerin des Schweizerischen Frauendachverbandes alliance F

über die Frauensession im Herbst

In der Rubrik „Mein achtsamer Blick“ unserer Partnerzeitschrift Doppelpunkt wirft jede Woche eine Persönlichkeit aus Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft einen Blick auf das, was für sie zählt. Der Sonntag publiziert diesen Beitrag für seine Lesserinnen und Leser online. Die Meinung der Autorinnen und Autoren muss sich dabei nicht mit derjenigen der Redaktion decken.

Alle „achtsamen Blicke“ finden Sie unter www.doppelpunkt.ch/achtsamer-blick.

Frauensession im Bundeshaus

Die zweite Frauensession im Bundeshaus findet am 29. und 30. Oktober 2021 statt. Frauen konnten schweizweit für die zweite offizielle Frauensession im Bundeshaus kandidieren und sich als Wählerinnen registrieren. 246 Frauen aus allen Regionen der Schweiz werden dann in den Nationalratssesseln Platz nehmen und ihre dringlichsten Anliegen diskutieren. Zum Schluss überreichen sie Parlament und Bundesrat konkrete Forderungen. 2021 ist es fünfzig Jahre her, seit die Frauen in der Schweiz das eidgenössische Stimm- und Wahlrecht erhalten haben.

Noch ist es aber nicht gelungen, dass Frauen und Männer zu gleichen Teilen politische Entscheidungen treffen. In fast allen politischen Gremien stellen Frauen nach wie vor eine Minderheit dar. Auch die gesellschaftliche und wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen und Männern ist immer noch nicht realisiert. Das muss sich ändern.

An der Frauensession 2021 werden Frauen aus der ganzen Schweiz während zwei Tagen gleichstellungsrelevante Themen besprechen und anschliessend ihre konkreten Forderungen Bundesrat und Parlament übergeben. Es wird nach der Frauensession 1991 der zweite solche Anlass sein.

Organisiert wird die Frauensession von alliance F – der Bund Schweizerischer Frauenorganisationen, den Evangelischen Frauen Schweiz EFS, dem Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband SBLV, dem Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen SGF, dem SKF Schweizerischen Katholischen Frauenbund und der eidgenössischen Kommission für Frauenfragen EKF, in Zusammenarbeit mit den Parlamentsdiensten. Die Frauensession wird eine Parlamentssitzung so nah wie möglich abbilden.

Achtsamer Blick

Im Vorfeld treffen sich die Frauen deshalb zu Sitzungen in rund zehn Kommissionen (alle zu einem gleichstellungsrelevanten Schwerpunkt) und arbeiten dort Anträge aus. Diese werden an der Session behandelt. Alle amtierenden Regierungs-, National- und Ständerätinnen wurden bereits zu der Frauensession eingeladen. Das Wahlverfahren für die restlichen Sitze erfolgte demokratisch. Alle Frauen müssen mindestens 16 Jahre alt sein und entweder in der Schweiz wohnen (unabhängig von der Staatsbürgerschaft oder dem Aufenthaltsstatus) oder Auslandschweizerin sein. Gewählt wurde zwischen dem 14. und 31. Mai 2021. Um den politischen Grossanlass zu finanzieren, läuft ein Crowdfunding.

Sophie Achermann ist Geschäftsführerin des Schweizerischen Frauendachverbandes alliance F.