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Fasten ist in. Aber wozu fasten die Leute? Wenn es um die Gesundheit geht, ist gar nichts einzuwenden. Wenn es aber nur um Äusserlichkeiten (Schönheit, Sport, Mode, …) geht, kann es sogar gefährlich werden.

Es geht in der Fastenzeit nicht um etwas Äusserliches, es geht um den Lebenssinn. Darum heisst es im Evangelium des Aschermittwochs: «Du aber … mach es nicht wie die Heuchler» (Mt 6, 1-6.16-18). Es geht hier um die Grundvollzüge der Religion: Almosen geben, beten und fasten – man soll dies nicht instrumentalisieren, zur Schau stellen, sondern im Verborgenen tun, wo nur Gott es sieht.

Fasten macht wachsam, fasten schärft den Geist, fasten macht geistig fit!

Das Evangelium rät uns zur Wachsamkeit: Christus möchte in unser Leben kommen!

Es rät auch zur Offenheit für den Geist: Der Geist Gottes macht alles neu!

Die Fastenzeit soll also eine Zeit der Erneuerung sein. Wir Menschen sind nicht verdammt dazu, dass alles immer beim Alten bleibt − es kann sich immer etwas ändern, vor allem zum Besseren!

Wir wollen auch die Solidarität nicht vergessen. Das katholische Hilfswerk Fastenopfer will mit seiner Kampagne auch auf die strukturellen und politischen Sünden aufmerksam machen: Menschen werden enteignet, vertrieben, bestohlen, es wird ihnen in Drittweltländern oft verweigert, sich selbst zu helfen, sondern man will sie arm und ohnmächtig haben, damit sich andere schamlos bereichern können. In einer globalisierten Welt wird uns mehr und mehr bewusst: Wir sitzen alle im gleichen Boot! Die Ausbeutung des Planeten um des Geldes willen bedroht die ganze Menschheit, auch die reichen Länder.

Die Fastenzeit will uns auch den Blick aufs eigene Leben schärfen, wo der Geldgier so vieles geopfert wird. Wir sollten wieder bewusster leben lernen und mit den Ressourcen massvoll umgehen, damit auch weitere Generationen ein lebenswertes Leben haben.

Das alles ist nur möglich, wenn wir innerlich umkehren, wenn wir auf unser Herz hören, wenn wir mit Gott erneut ins Gespräch kommen. Dann werden wir spüren, dass es Hoffnung gibt und dass unser Leben aus dem Glauben eine neue Dynamik entwickelt. In diesem Sinne haben wir die Asche empfangen mit der Bitte: «Herr, lass uns umkehren zu dir, so, wie der verlorene Sohn zum Vater zurückkehrte.»